Hammerschöne Häuser

Ein Haus von null auf neu auszustatten braucht Mut und eine gute Begleitung. Viel gilt es zu entscheiden: Wesentliches wie Grundrisse, Abläufe, was sich zu erhalten lohnt, und wo eine Investition unumgänglich ist, große Entscheidungen wie das Beleuchtungskonzept, Wandfarben und Stauraumoptimierung, aber auch so banale Dinge wie Sockelleistenhöhe und -form, Vorhangschienen und deren Position. Von Anfang an begleiten wir unsere Kunden individuell und höchst persönlich.

GRÜNDERZEIT MIT BEL ETAGE

Nicht mehr oft findet man Häsaer oder Wohnungen mit gut erhaltenen Details aus der Gründerzeit. Wenn ich welche sanieren und umgestalten darf, ist mir das die größte Freude. Am liebsten würde ich natürlich alles erhalten, aber es gilt klug abzuwägen, um den aktuellen Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden. Müssen es neue Materialien sein, so bediene ich mich gerne solcher, die es auch damals schon gegeben hätte. Dennoch muss es so sein: das Design sieht am Ende frisch und modern aus, mit das Herz berührenden Feinheiten der Gründerzeit… Ein Balanceakt größter Freude. Sehen Sie hier ein aktuelles Projekt von uns in einer Villa aus dem Jahr 1904 am Killesberg in Stuttgart:

Im gesamten Haus wurden die Fenster in Zusammenarbeit mit unserem besten Fensterbauer erneuert. Als Vorlage und Inspiration galten die ursprünglichen Pläne von 1904. Im Eingang wurde ein grosses, viel Licht spendendes Element inklusive Tür und zwei Fenstern eingesetzt. Das gab es zuvor nicht. Viele Stunden wurden hier für die Proportionen studiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und lässt gerne aus sich heraus in den schönen Garten blicken… Übrigens: Ich bin grundsätzlich für Holzfenster, innen wie aussen. Die Erfahrung zeigt, dass die Holz-Holz- Fenster den alten Häusern am allerbesten stehen. Und das Lackieren der Aussenteile ab und zu gehört dann einfach dazu.
Es war trickreich in diesem Küchenraum: Die meisten Grundrisse von vor über 100 Jahren entsprechen nicht wirklich den heutigen Bedürfnissen. Die Küche wünschen wir uns einfach meist größer und mitten in Haus und Leben. Trotz der relativ kleinen Grundfläche und vielen Laufwege war es mir hier wichtig, einen freistehenden Küchenblock zu haben. Viele Entwurfstunden resultierten schliesslich in einem an den Ecken abgeschrägten Mittelblock mit Kochfläche, flankiert von zwei Zeilen. Die Arbeitsfläche der Insel ist modernster Edelstahl, während die Küchenzeilen baujahrestypisch Marmor mit Facettenschliff und rhythmische Fronten haben. Endgültiger Hingucker in der Küche ist das (brandneu herausgekommene) von uns als Down- und Uplight konzipierte Licht Moonbloom von Karman.
Ist das nicht sensationell? Der Via Zementmosaikboden läßt das Herz höher schlagen. Blick vom Esszimmer in die Küche. Die beiden eckigen Elemente an der Decke sind Infrarotheizungen.
Hier gut zu sehen, das gekonnte Spiel zwischen alt und neu in den Formen der Küchen. Selbst der Wasserhahn (Modell Avia, Vintage gehaltenes Modell von Villeroy und Boch) in der Zeile ist „retro“, wohingegen der Mittelblock in jeder Hinsicht geradschnittig ist und sich das Dreieck der Hängeleuchte im Wasserhahn (ein no name Produkt) und an den abgeschrägten Ecken der Edelstahlarbeitsplatte (Morath) wiederfindet.
Eingang zwischen Küche und Eingangsfensterglaselement.
Die Türgriffe sind neu, aber nach altem Vorbild von einer Manufaktur in Messing poliert hergestellt.
Das bestens erhaltene Treppenhaus hat neue kassettierte Fenster erhalten und meine Lieblingsleuchte Drop von einer einzigartigen Glaskünstlerin darf sich über alle drei Etagen ziehen.
Das Badezimmer ist ein typisches Sarah Maier Projekt: pflegeleicht, reich an Stauraum, geschickte Steckdosenlösungen, großer, vertikal ausgeleuchteter Spiegel und rundumlaufendes Oliveschefurnier. Die fugenlos in die Arbeitsfläche übergehenden Waschbecken sind aus Mineralwerkstoff. Die orginalen tragenden Holzbalken sind offen gezeigt, im Kontrast zu den (baujahrestypischen aber neu eingebrachten) Via Zementmosaikfliesen ist die Dusche mit kleinen Mosaiken ausgekleidet. Das Licht ist von Mawa Design.
Voilá, das Schlafzimmer. Was typischerweise in diesem Grundriss fehlte, war ein ausreichend luxuriöses und grosses Bad. So musste eine orginelle Lösung her: In diesem Fall steht die Badewanne im Schlafzimmer und erlaubt dadurch Baden in den Sonnenuntergang hinein. Der Stuck hier wurde gekonnt ergänzt rund um das neu eingefügte Badezimmer. Der Keramik-Stil-Kamin (Fa Ganz aus der Schweiz) wurde durch einen fein austarierten Koffer über dem Durchgang in die Mitte des Raumes versetzt. Leuchte Hanami von Slamp bildet den unerwarteten Kontrast zu den stilechten Dekorationen des herrlichen Raumes.
Orginal erhaltene Türen mit farbig ausgeglasten Kasettenfenstern und die für die Gründerzeit üblichen vielen Durchgänge sind charakteristisch für Wohnungen der Gründerzeit. Die Sockelleisten müssen hoch sein, mindestens 12cm und das Farbkonzept sollte Leisten, Fenster und Türrahmen absetzen: Reines Signalweiss hat durchgehend im Altbau nichts zu suchen…
Stuck und Lichtspiel der Fil de Fer Leuchte wirken gut zusammen.
Blick ins Treppenhaus.
Licht überall, und warme Töne an Boden und Wänden. Hat man viel Mühe und Geld in die Wände gesteckt, bevorzuge ich freistehende Toilettenpapier- und -bürstenhalter.
Das Handwaschbecken zur Toilette ist im Flur, so können die (kleinen) Bewohner schon beim Heimkommen ans Händewaschen erinnert werden.
Blick in die Dusche. Die Kombination aus sichtbarem groben Holz und dem feinen Furnier am Waschtisch machen Freude…
Ein Detail, auf das ich immer wieder viel Wert lege: Ich möchte keine Kabel sehen. Hier wird die elektrische Zahnbürste innen angesteckt und auf der Ablage ist dann nur ein kurzes Stück Kabel zu sehen.
Wanne im Schlafzimmer, viel Licht und Sonne im geschickt abgetrennten Badezimmer.
Detail vom Feinsten: Über Eck laufendes Furnier, Corianwaschbecken.
Esszimmer mit schön eingefangenem Lichtspiel.
Blick auf die überdachte Veranda auf der ein Heizstrahler natürlich nicht fehlen darf.
Wenn es die alten Wüände erfordern, können alle Netzwerk und TV Kabel auch in dem hohen Sockel verzogen werden.
Hier gut im Detail zu sehen: Das Dreieck der Edestahlplatte wiederholt sich in Wasserhahn und Pendelleuchten. Kleine Details, die die Sache einfach gut machen.
Auch hier neue Leuchten für die Grundausleuchtung an den Wänden und das alle Stockwerke verbindende Glaskugelelement.
Garderobe und Küchenübergang. Wer möchte hier nicht gerne heimkommen?

 

Ein Projekt dieser Art kostet viel Zeit und auch Geld. Gute Handwerker, beste Materialien und ausführliche Planung sind essenziell. Viele Dinge kommen erst zum Vorschein, wenn man die alte Struktur geöffnet hat. Eine präzise Kostenschätzung funkioniert hier nur in seltenen Fällen gut.  Dennoch, wenn man sich durch diesen Prozess gewagt hat, ist es die größte Freude. Wir begleiten Ihr Projekt sehr gern mit unserer Erfahrung.

 

HAUS IM GIEBEL

Viele Projekte von uns dauern richtig lange: Von vor der Kaufentscheidung bis zum letzten Handtuchhalter vergehen gerne mal zwei Jahre und länger. Bei diesem Projekt wurde das zuvor dunkle, niedere Dachgeschoss um den Dachboden ergänzt, der dann entstandene hohe Raum bekam einen komplett verglöasten Giebel mit neuem Balkon. Sämtliche Eiinbauten entstehen dann bei uns in der Schreinerei.

Kaum zu glauben, was aus dem ehemaligen Dachstock nach gut zwei Jahren Planen, Beantragen und Bauen geworden ist. Zusammen mit Statiker, Ausbauexperten und mutigen Bauherren entstand ein Schmuckstück über Stuttgarts Dächern…
Schlicht ist die Küchenzeile, die im nachhinein wirkt als wäre sie in den Mittelgiebel hineingeschoben.
Die Rückseite der Küchenzeile bildet die Bibliothek. Nicht mehr zu sehen sind dadurch die vielen Pfosten und Balken, die das alte Gebäude halten.
Das Bücherregal ragt zum Teil bis tief in den Kniestock hinein.
Die Küche ist auf unsere bekannte Stuttgarter Art im Fünfeck in den Raum gedreht, so dass der Kochende mit Allen stets in direkter Blickverbindung stehen kann.
Ein kleines Highlight am Ende eines Kniestock -Lowboards …
Auch im Eingangsgeschoss gibt es viele kleine Ideen…
Ein Welcomeboard im Windfang zur Ablage von Schlüsseln, Laden von Handys, und viel Platz für Pässe etc hinter der Klappe.
Gute Farbkonzepte für jeden Bewohner machen mit wenig Aufwand jedes Zimmer zu einem individuellen Ort. Selbstverständlich sind alle Böden erneuert (hier Mafi Naturholzdiele Eiche geräuchert, weiss geseift), alle Stromleitungen, Wasserleitungen, etc. Jedoch, wo es das Baujahr verlangt müssen die historischen Elemente unbedingt bleiben, hier zB alle Türen. Denn die Seele des Hauses muss erhalten bleiben.
Charmant ist das alte Trreppenhaus, das inklusive des runden Fensters komplett erhalten wurde und überarbeitet.

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen Ihr Haus zu sanieren, oder ein Bestandsobjekt zu kaufen, treffen Sie sich frühzeitig für ein erstes Gespräch mit uns. Auch beim Neubau sind wir gerne dabei und achten darauf, dass das Raumkonzept von innen heraus stimmt. Bauträger und Architekten arbeiten gerne mit uns zusammen.

HAUS AM SEE

Hier nehme ich Sie mit auf einen Gang durch ein jüngst von uns fertiggestelltes Haus an einem bayrischen See. Es wurde komplett kernsaniert und die Inneneinrichtung von null aufgebaut. Nun fehlen natürlich noch die persönlichen Gegenstände. Das ist der Stand am Tag von dem Einzug:

Auftakt mit Garderobenschrank, der in den Geschirrschrank des Wohn-Esszimmers übergeht. Noch fehlt die Glastrennwand zwischen Flur und Wohnzimmer…

Phono- und Geschirrschrank
Schleiflack und Eiche im Wechsel.
Leuchten von Flos, Occhio und Mawa.
Ein legeres Sofa Standard von edra.
Nische der Garderobe als Willkommensgruss direkt beim Reinkommen.
…gut ausgeleuchtet durch Positionsstrahler.
Ab und an ein Farbtupfer…
Fröhliche Tapete von Arte fürs Kinderzimmer.
Das Kinderbad macht auch fröhlich, mit geseifter Eiche (exakt dasselbe Material wurde von uns verarbeitet wie beim Naturholzboden in den Wohnräumen).
Feine Chromgriffe dienen dem Öffnen der Waschtischschublade und als Handtuchhalter.
Die Nische im langen Kleiderschrank als Kofferpackort und Platz für Skultpuren oder eine Kaffeemaschine…
Blick Richtung Flur mit viel Stauraum.
Auch hier eine Tapete hinter dem Betthaupt.
Nachtisch gestapelt aus Schleiflackelementen und geseiften Naturholzbrocken.
Im Masterbad ebenfalls Waschtische aus geseifter Eiche und darüber ein raumbreiter Spiegelschrank, zu öffnen über den leichten Überstand an der Vormauerung.
Blick über die Ankleide ins Schlafzimmer.
Unter dem runden Spiegel befindet sich der Elektroverteiler.
Grossartiger Effekt: Mundgeblasene Lichtkugeln im Treppenhaus.

Wie wir arbeiten:
Wir beraten Sie nach Zeithonorar vom ersten Schritt des Bauens an. Eine detaillierte vollständige Kostenschätzung der Innenausbauten, Licht, Textil und losen Möbel wird von uns zu einem sehr frühen Zeitpunkt erstellt und dient auch einem möglichen Finanzierer als validierte Vorlage. Wir begleiten dann jeden Schritt und jede Entscheidung zum Innenraum im Bauprozess und helfen, an jeder Stelle die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ein Elektroplan zur optimalen Beleuchtung und Bedienung des Hauses ist ebenso unsere Sache, wie das kluge Einplanen vorhandener Möbel und Kunst. Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Gartengestaltung. Erfahrungsgemäß braucht es einen guten Zeitplan und eine punktgenaue Vorplanung aller Einbauten, um zum heissersehnten  Einzug hin keine Zeit zu verlieren.

Sprechen Sie uns gerne an, wir freuen uns auf jede grosse und kleine Wohnung und ebensolche Häuser!